Ihr Einsendungsformular

Sammlung

Oregano

Hierbei handelt es sich um Origanum vulgare, besser bekannt als «Oregano», «Echter Dost» oder «Wilder Majoran». Die Pflanze gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und produziert wie viele Arten dieser Familie starke Duftstoffe, sogenannte ätherische Öle, die eigentlich der Abwehr von blattfressenden Insekten dienen. Die Pflanze kann natürlich gegessen werden und gibt verschiedenen Outdoor-Gerichten einen feinen Geschmack. Auch für eine Reihe von Insekten stellt die Pflanze ein Leckerbissen dar; so werden viele verschiedene Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Fliegen von den wunderschönen Blüten angezogen und nutzen den Echten Dost als Nektarquelle.

27.10.2020, Foto eingereicht von Sus

Moschusbock

Toll, das es jetzt noch ein paar Käfer zu bestimmen gibt! Dieses Tier wird Moschusbock oder Aromia moschata genannt, die Art ist ziemlich streng geschützt. Während die adulten Käfer nur einige Wochen zwischen Juni und August leben und sich von Pollen und Baumsäften ernähren, benötigen deren Larven für ihre Entwicklung bis zum Imago etwa drei Jahre und leben in abgestorbenem Holz von Weiden und Pappeln. Fühlt sich der Moschusbock bedroht, gibt er ein stark riechendes Sekret ab, von dem er auch seinen Namen hat. Er gehört ausserdem zu den grössten einheimischen Käferarten.

2.7.2020, Foto eingereicht von Violetta

Gartenlaubkäfer

Bei diesem häufig vorkommenden Käfer handelt es sich um den Gartenlaubkäfer Phyllopertha horticola. Als adultes Tier (wird auch Imago genannt) ernährt er sich vorwiegend von Rosen-, Hasel-, Eichen- oder Kirschblättern. Die Larven des Gartenlaubkäfers leben unter der Erde und können bei massenhaftem Auftreten leichte Schäden an Kulturpflanzen- oder Graswurzeln anrichten. Fast mühsamer ist jedoch die Tatsache, dass Igel, Dachse oder Krähen die Larven sehr gerne fressen und auf der Suche danach Löcher in Wiesen oder Felder graben.

2.7.2020, Foto eingereicht von Curry

Zauneidechse

Dieses wunderschöne Reptil heisst Zauneidechse oder Lacerta agilis. An der tollen Färbung ist das Tier eindeutig als adultes Männchen bestimmbar. Von oben ist gut zu sehen, dass das Tier einmal seinen Schwanz abgeworfen hat: Bis zu einer bestimmten Stelle ist dieser einheitlich wie der restliche Körper gefärbt, während der hintere Schwanzteil deutlich dünner und kontrastärmer ist. Eidechsen werfen den Schwanz ab, wenn ein Feind das Tier gepackt hat, denn der Schwanz zuckt auch nach der Abtrennung noch eine Weile weiter, sodass der Feind abgelenkt wird und die Eidechse fliehen kann. Der Schwanz wächst nach einiger Zeit und etwas kleiner nach. Die Zauneidechse ist die häufigste Eidechsenart der Schweiz und kommt in warmen, häufig steinigen und deckungsreichen Habitaten vor, wo sie sich hauptsächlich von Insekten und anderen Gliederfüssern ernährt. Ganz wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Reptilien und Amphibien; der wichtigste Unterschied ist, dass Reptilien wie Schlangen, Blindschleichen, Schildkröten oder auch Krokodile trockene Schuppen haben, während Amphibien wie Frösche, Kröten, Unken, Salamander und Molche eine schleimige, feuchte Haut haben, an Wasser gebunden sind oder zumindest zur Eiablage ein Gewässer benötigen.

2.5.2020, Foto eingereicht von Violetta

Kirsche

Die Bildqualität reicht hier leider nicht aus, um die Pflanze genau und sicher zu bestimmen. Ganz sicher gehört die Pflanze aber der Gattung Prunus innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceaen) an. Wahrscheinlich die Pflanze eine Kirsche; hier stehen Süsskirsche (Prunus avium), Sauerkirsche (Prunus cerasus) oder die Traubenkirsche (Prunus padus) zur Auswahl. Für eine sichere Bestimmung müssten die Blätter mit den Blattansatzstellen sowie bestenfalls Blüten gut erkennbar sein. Mit den oben genannten Möglichkeiten haben Sie jetzt aber einen Ansatz, um die Pflanze nochmals zu suchen und zu bestimmen oder genauere Bilder bei uns einzureichen.

2.5.2020, Foto eingereicht von Trumpf / Z

Gewöhnlicher Wacholder

Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei diesem jungen Nadelbaum um den Gewöhnlichen Wacholder oder Juniperus communis subsp. communis. Darauf weisen die grossen Abstände zwischen den einzelnen Nadeln und die rundständige Verteilung derselben hin. Bei jungen Nadelgehölzen ist die Bestimmung aber immer etwas schwierig, weil sich die Zweige und Nadelstellungen von Altpflanzen oft deutlich unterscheiden. Der Wacholder bildet Früchte (botanisch gesehen sind es Scheinbeeren), die im ersten Jahr grün sind und dann erst im zweiten Jahr blau und reif werden. Die Beeren können dann als Gewürz verwendet werden.

2.5.2020, Foto eingereicht von Trumpf / Z

Korbweide

Auf den ersten Blick wird bei diesem Bild klar, dass es sich um eine Pflanze der Gattung Salix, also eine Weide handeln muss. Wir kamen weiter zum Schluss, dass es höchstwahrscheinlich eine Korbweide (Salix viminalis) ist, was wir vor allem anhand der Blätter ableiteten. Bei den Weiden heisst es: Je länger die Blätter, desto besser ist die Pflanze zum Flechten von Körben geeignet. Die Korbweide hat dementsprechend vergleichsweise lange Blätter.

30.4.2020, Foto eingereicht von Trumpf / Z

Gewöhnlicher Liguster

Bei diesem Exemplar wird schnell klar, dass es sich um den Gewöhnlichen Liguster (Ligustrum vulgare) handelt. Es ist die einzige in Europa heimische Art der Gattung Ligustrum. Blätter und Früchte des Ligusters sind giftig und deshalb nicht zum Verzehr geeignet. Man kann die intensiv schwarzen Beeren, die früher auch als Farbstoff verwendet wurden, jedoch sammeln und jemandem auf den Stuhl legen😉. Das Holz des Ligusters ist ausserordentlich zäh. Es wird deshalb zur Herstellung von Werkzeuggriffen verwendet.

30.4.2020, Foto eingereicht von Trumpf / Z

Weiden-Hybride

Mit diesem Foto haben Sie uns schon etwas Kopfzerbrechen bereitet. Offensichtlich handelt es sich bei der Pflanze um eine Weidenart der Gattung Salix. Eine genauere Bestimmung der Pflanze ist aber äusserst schwierig, zumal es in der Schweiz 32 einheimische Weiden gibt. Dazu kommen noch zahlreiche Hybride, also sterile Individuen, die von zwei artunterschiedlichen Elternpflanzen stammen. Die weiblichen Blüten einiger verschiedener Weidenarten können also auch durch Pollen von einer artfremden Weide befruchtet werden. Daraus entstehen dann Hybride (um das Wort Bastarde zu vermeiden), die die Eigenschaften von Elternpflanzen (oft in ungünstiger Art und Weise) kombinieren und selbst aber keine keimbaren Samen bilden können. Bei Ihrem Exemplar handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Hybride zwischen zweier der folgenden Weidenarten: Ohr-Weide (Salix aurita), Moorweide (Salix repens), Sal-Weide (Salix caprea), Grau-Weide (Salix cinera) und Flaum-Weide (Salix laggeri). Die genaue Bestimmung der Hybride mit ihren Elternpflanzen ist aber auch für andere Experten extrem schwierig bis unmöglich. Auf dem einen von Ihnen fotografierten Foto ist eine Art Hecke aus scheinbar mehreren Pflanzen zu sehen, woraus fälschlicherweise geschlossen werden könnte, diese Hybride habe sich doch über Samen vermehrt. Dem ist aber nicht so, denn Weiden und viele andere Pflanzen (wie z.B. die Erdbeere oder die Brennnessel) können sich auch vegetativ über Wurzelausläufer vermehren. Gerade Weiden haben die spezielle Eigenschaft, dass ein abgeschnittener Weidenzweig wieder austreiben kann, wenn er in feuchte Erde gesteckt wird.

29.4.20, Foto eingereicht von Twike

Bergahorn

Diese Pflanze ist eindeutig ein Bergahorn, oder auch Acer pseudoplatanus genannt. Diese Art gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae), zu der auch die Rosskastanie und vier weitere in der Schweiz vorkommende Ahornarten gehören. Die drei häufigsten davon sind der Bergahorn, der Spitzahorn und der Feldahorn. Wie der Name «Spitzahorn» bereits erahnen lässt, sind die einzelnen Lappen des Blattes lang zugespitzt und mit feinen Zähnchen gespickt. Die Blüten erscheinen in aufrechten und doldigen Rispen. Der Feldahorn hat dagegen deutlich kleiner, ganzrandige Blätter (ungesägt) mit stumpfen Abschnitten. Die Flügel der Frucht sind fast waagerecht gespreizt. Beim Bergahorn sehen die Zacken wirklich wie Berge aus und er hat hängende Blütenstände. Die zweiflügelige Frucht bildet einen Winkel, durch den sie auf die Nase gesteckt werden kann. Alle Seifenbaumgewächse sind grundsätzlich leicht giftig.

29.4.20, Foto eingereicht von Twike

Sumpfdotterblume

Bei diesem hübschen Blümchen handelt es sich um die Sumpfdotterblume (Caltha calustris). Die 5 Kronblätter zeigen rasch die Zugehörigkeit entweder zu den Hahnenfussgewächsen (Ranunculaceae) oder zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) an. Die Gattung Hahnenfuss oder Ranunculus stimmt aber nicht, denn der einzige in der Schweiz vertretene Hahnenfuss mit ganzrandigem Laub wäre der Schildblättrige Hahnenfuss, der aber andere Staubblätter aufweist.

So ist diese Pflanze  eindeutig eine Sumpfdotterblume, auch wenn die normalerweise mehr grünes Laub hat. Die Pflanze ist giftig und demnach nicht zum Verzehr geeignet. Protoanemonin heist der scharf schmeckende Giftstoff der Pflanze und hat eine bakterio- und fungistatische Wirkung. Das heisst, dass er die Fortpflanzung von Bakterien sowie Pilzen hemmt.

26.4.2020,  Foto eingereicht von Robin

Wald-Gelbstern

Der zu den Liliaceaen und damit zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Monocotyledonen) gehörende Wald-Gelbstern oder Gagea lutea kommt in der Schweiz weit verstreut vor. Diese mehrjährige Pflanze bildet wie die Tulpen (mit denen sie nah verwandt ist) unterirdische Zwiebeln, die als Überdauerungsorgane im Winter dienen. Über die langen, schmalen Blätter betreibt der Gelbstern über den Sommer hinweg Fotosynthese und investiert die Energie in Samenbildung und in die Zwiebeln. Im darauffolgenden Frühling wird diese gespeicherte Energie dann genutzt, um neue Blüten und Blätter auszubilden.

26.4.2020, Foto eingereicht von Robin

Rote Pestwurz

Diese Rote Pestwurz (Petasites hybridus) kann bis zu einem Meter hoch werden. Etwas schwierig war die Entscheidung, ob es sich bei der Pflanze nicht doch um den Alpen-Pestwurz handelt, weil die Blätter auf dem Foto nur unzureichend erkennbar sind. Nach genauen Kronblattbetrachtungen sind wir aber sicher, dass Sie eine Rote Pestwurz fotografiert haben. Die Pflanze produziert ätherische Öle mit unangenehmem Geruch, denen sie auch ihren Namen verdankt: Die Pestwurz wurde im Mittelalter verwendet, um mit ihrem Geruch die Pest zu vertreiben. Diese Praktiken dürften jedoch keinen Erfolg gehabt haben. Heute wird sie aber immer noch als Heilpflanze verwendet; hierfür ist der Arzneistoff Petasin verantwortlich, der aus den Rhizomen der Pflanzen extrahiert wird. Petasin wirkt stark pasmolytisch, also krampflösend.

26.4.2020, Foto eingereicht von Robin

Berg-Goldnessel

Das Bild ist zwar nicht überall ganz scharf, und trotzdem reichen die Merkmale aus, um die Pflanze eindeutig zu bestimmen: Hierbei handelt es sich um die Berg-Goldnessel oder Lamium galeobdolon subsp. montanum, eine Unterart der Goldnessel (Lamium galeobdolon). Die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler oder Lamiaceaen, zu der auch viele Gewürzpflanzen wie der Majoran, Salbei, Minzen oder auch Lavendel gehören. Sie alle haben die Gemeinsamkeit, ätherische Öle und andere stark riechende Stoffe zu bilden. Diese Eigenschaft machen wir uns bei den vorhin genannten Gewürzpflanzen zunutze, andere Lamiaceaen hingegen riechen sehr unangenehm (wie beispielsweise der Wald-Ziest oder Stachys sylvatica, der in unseren Wäldern sehr häufig ist). Aus diesen Gründen lohnt es sich bei Lippenblütlern (deren Blüten ja sehr auffällig sind und höchstens mit Schmetterlingsblütlern (Fabaceaen) verwechselt werden können), ein Blatt abzureissen und daran zu riechen, mit etwas Übung lassen die Pflanzen dieser Familie dann nur mit dem Geruchssinn bestimmen!

26.4.2020, Foto eingereicht von Winnetou

Eisenhutblättriger Hahnenfuss

Der Eisenhutblättrige Hahnenfuss oder Ranunculus aconitifolius ist eine schöne Giftpflanze, die an Bachufern, feuchten Wiesen und Waldstellen wächst. Gerne erkläre ich Ihnen hier kurz, was es sich mit diesen wissenschaftlichen Pflanzenbezeichnungen auf sich hat: Der erste Name (hier Ranunculus) ist die Gattungsbezeichnung. Der zweite Name (hier aconitifolius) steht für die genaue Art. Der Eisenhutblättrige Hahnenfuss gehört zur Gattung Hahnenfüsse (Ranunculus), diese Gattung gehört wiederum zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae), die dann noch zur Ordnung Hahnenfussartige (Ranunculales) gezählt wird.

21.4.2020

Himmelblauer Blattkäfer

Das ist der Himmelblaue Blattkäfer oder Chrysolina coerulans. Er kommt in hügeligem oder bergigem Gelände vor – und normalerweise erst so ab Mai/Juni. Sie hatten Glück, das Insekt so früh im Jahr schon beobachten zu können! Diese Käferart ernährt sich ausschliesslich von verschiedenen Minzen (Arten der Gattung Mentha) – falls Sie wieder auf den Himmelblauen Blattkäfer treffen, können Sie in der unmittelbaren Umgebung nach diesen Pflanzen suchen (besonders häufig finden Sie bei uns die Wasserminze, Mentha aquatica) und essen. Die Blätter unserer heimischen Minzen schmecken auch für uns super, nicht nur für den Himmelblauen Blattkäfer!

21.4.2020

Gewöhnliche Vogelmiere

Bei dieser Pflanze handelt es sich um die Vogelmiere, die Stellaria media. Die Art Vogelmiere beinhaltet drei Unterarten: die Gewöhnliche Vogelmiere, die Übersehene Vogelmiere und die Bleiche Vogelmiere. Ihr Exemplar ist eine Gewöhnliche Vogelmiere, Stellaria media subsp. media. Die Pflanze ist grundsätzlich essbar und erinnert im Geschmack etwas an unreife Bananen, sie sollte wegen enthaltener Saponine aber nicht in allzu grossen Mengen verzehrt werden.

21.4.2020

Vierblättrige Einbeere

Bei dieser wunderschönen Pflanze handelt es sich um Paris quadrifolia, die Vierblättrige Einbeere. Bestimmt fällt Ihnen sofort auf, dass es sich hierbei um ein fünfblättriges Exemplar handelt – die sind relativ selten (so ähnlich wie beim vierblättrigen Klee). Die Einbeere enthält als Giftpflanze eine Reihe an Saponinen, die der Mensch zwar verhältnismässig gut abbauen kann, die für Hunde, Krebstiere, Insekten oder Fische aber sehr gefährlich sind. Während der Pest in Europa wurde oft versucht, mit Extrakten aus den Einbeerenblättern zusammen mit Baldrianwurzeln ein Mittel gegen die Pest herzustellen. Sie besitzt aber keine wirksamen, für den Menschen nützlichen medizinische Eigenschaften.

19.4.2020